Die frühere Bedeutung wurde vor allem durch die Sorten ‘Boskoop‘ und ‘Zabergäu‘ abgelöst. Wegen der Krebsanfälligkeit auch nur noch selten im Streuobstanbau.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
Gezüchtet um 1850 vom Baumschüler L. Coulon in Lüttich/Belgien. Die ersten Früchte brachte der Sämling 1856. Der Deutsche Pomologenverein empfahl die Sorte 1874 zum allgemeinen Anbau
Blüte
Spät, nicht empfindlich. Schlechter Pollenspender (triploid).Frucht
Groß, um 220 g schwer, flachkugelig, ungleichmäßige Form. Schüsselförmige, berostete Kelcheinsenkung und kleinem Kelch. Meist kurzer Stiel in tiefer, strahlig berosteter Stielgrube. Schale etwas rau, trocken, gelbgrün. Bei Vollreife sonnenseits verwaschen rot mit hellen Schalenpunkten. Duftend. Fruchtfleisch gelblichweiß, fein, saftig. Geschmack süß, säurearm, wenig Aroma.
Reife
Ab Mitte September. Vorzeitiger Fruchtfall bei Trockenheit. Zu früh geerntete Früchte welken schnell am Lager. Etwa vier Monate im kühlen Naturlager haltbar.
Verwertung
Je nach Lage und Jahreswitterung Tafel- und gute Wirtschaftssorte.
Ertrag
Wechselnd zwischen mittleren und geringeren Erträgen, insgesamt eher gering.
Baum
Breit pyramidale, sparrige Krone, im Ertragsalter breit ausladend. Wuchs anfangs stark und aufrecht, später nachlassend.
Standort
Bis in mittlere Höhenlage, bevorzugt auf mittelschwe- ren Böden. Keine geschlossene Tallage.Anfälligkeit
Besonders auf nassen Böden für Krebs und Stippe.
Anbauwert
Die frühere Bedeutung wurde vor allem durch die Sorten ‘Boskoop‘ und ‘Zabergäu‘ abgelöst. Wegen der Krebsanfälligkeit auch nur noch selten im Streuobstanbau.
Empfindlich gegen Schorf: gering
Empfindlichkeit gegen Mehltau: mittel
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Krebs
Eignung für Tafel: gut geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.