Nach Geschmack, Inhaltsstoffen und Verwertbarkeit noch immer eine herausragende Spitzensorte, bedarf allerdings sorgfältiger Beobachtung und fachlich einwandfreier Pflege. Im Garten nur für schwachwachsende Unterlagen geeignet.
Reifegruppe
late fruitMutanten
‘Roter Berlepsch‘ (bevorzugt), ‘Berlepsch Typ Bonn‘ (etwas großfrüchtiger).
Entstehung
Um 1880, aus ‘Ananasrenette‘ x ‘Ribston Pepping‘. Züchter D. Uhlhorn, Grevenbroich.
Blüte
Spät, lange anhaltend, witterungsempfindlich. Guter Pollenspender. Bei starkem Fruchtansatz ist eine Ausdünnung nach dem Junifall unbedingt anzuraten.Frucht
Mittelgroß, seltener groß, um 110 g schwer. Unterschiedliche Form, meist flachkugelig mit fünf typischen Rippen von der Kelcheinsenkung ausgehend. Kurzer Stiel in enger, tiefer und strahlig berosteter Stielgrube. Schale trocken, bisweilen etwas rau, bei Vollreife und am Lager etwas fettig. Grundfarbe rötlichgelb, Deckfarbe je nach Typ sonnenseits rötlich gestreift oder verwaschen dunkelrot. Fruchtfleisch gelblichweiß, feinzellig, hocharomatisch (18,8 % Zucker), mit edler Säure. Hoher Saftgehalt.
Reife
Ende September, auf trockenen Böden vorzeitiger Fruchtfall. Möglichst späte, schonende Ernte und mehrmaliges Durchpflücken ist ratsam. Etwa sechs Monate im kühlen Naturlager haltbar, ohne Aromaverlust bei welkenden Früchten. Lagerung in perforierten Folienbeuteln ist möglich. Im Kühlraum bei 1 °C etwa 7 Monate haltbar.
Verwertung
Spitzensorte für alle Verwertungsarten. Sehr hoher Anteil an Vitamin C.
Ertrag
Früh einsetzend, dann jährlich wechselnd von hohen Erträgen und Ertragsausfall (Alternanz), insgesamt mittelhoch. Sorgfältige Ausdünnung nach dem Junifall, Sommerschnitt und sofortige Blattdüngung nach der Ernte können die Alternanz mindern.
Baum
Breitkugelige, dichte Krone mit schräg aufrechten, gut verzweigten Leitästen. Starker Wuchs, später mittelstark. Jährlicher Schnitt zielt auf lichtere Krone, wobei ein Teil der Langtriebe als Tragholz erhalten bleibt. Mäßig empfindlich für Holzfrost. Blüte vorwiegend an einjährigen Langtrieben.
Standort
Hohe Ansprüche an geschützte Lage mit nährstoffrei- chen, genügend feuchten Böden. Spätfrostlagen sind zu meiden. Bei ungeeignetem Standort und bei sehr starkem Behang hoher Anteil an zu kleinen Früchten.Anfälligkeit
Besonders gefährdet durch Feuerbrand. Anfällig für Krebs, Kragenfäule, Triebsucht, Blatt- und Blutläuse, mittel Schorf und Mehltau. Empfindlich für Kupfer und Schwefelmittel.
Anbauwert
Nach Geschmack, Inhaltsstoffen und Verwertbarkeit noch immer eine herausragende Spitzensorte, bedarf allerdings sorgfältiger Beobachtung und fachlich einwandfreier Pflege. Im Garten nur für schwachwachsende Unterlagen geeignet.
Empfindlich gegen Feuerbrand: stark
Empfindlich gegen Schorf: gering
Empfindlichkeit gegen Mehltau: gering
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: stark Krebs
Eignung für Tafel: gut geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: gut geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.