Edelborsdorfer

Der sehr spät einsetzende Ertrag macht die Sorte heute wirtschaftlich nur noch wenig interessant. Allenfalls ergibt sich eine Anpflanzung in Streuobstwiesen oder für pomologische Sammlungen. Man kennt auch einen ‘Gestreiften Edelborsdorfer’.

Reifegruppe

late fruit

Entstehung

Die ersten Aufzeichnungen über diese Sorte stammen aus dem 12. Jh., als Zisterzienser-Mönche aus dem Kloster Pforta (Sachsen-Anhalt) ins Kloster Leubus (Schlesien) berufen wurden, um dort den Obstbau zu verbreiten. Erste Beschreibungen kamen dann von Valerius Cordus 1561 und Johann Bauhin 1650 als ‘Porstorffer‘. Diel (1800) nennt ihn den „Stolz der Deutschen“ und empfiehlt den Anbau. Aber schon Mitte des 19. Jh. wurde die Sorte von den Empfehlungslisten verbannt, wegen den kleinen Früchten und dem spät einsetzenden Ertrag. Daher findet man heute nur noch wenige, meist uralte Bäume.

Blüte

Spät, nicht frost- und nässeempfindlich. Die Blüten erscheinen endständig am Kurzholz auf mehrjährigen Langtrieben. Schlechter Pollenspender (triploid).

Frucht

Klein bis mittelgroß, meist gleichmäßig rund. Schale glatt, glänzend. Vollreif hellgelb, sonnenseits rötlich. Häufig etwas berostet und warzig. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, feinzellig, mäßig saftig mit zimtartiger Würze. 17 % Zuckergehalt. Offener Kelch mit kurzen Kelchblättern. Langer, dünner Stiel in strahlig berosteter Stielgrube.

Reife

Baumreife ab Mitte Oktober, Genussreife ab Mitte November. Im kühlen Lager haltbar bis mindestens März.

Verwertung

Geeignet zum Frischverzehr, für Mus und Saft, als Backapfel und für guten Most.

Ertrag

Setzt spät, oft erst nach 10-15 Jahren ein. Je nach Standort und Pflege neigt die Sorte zur Alternanz. Die Früchte hängen relativ sturmfest.

Baum

Starker Wuchs mit mächtiger, kugeliger Krone mit überhängenden Zweigen. Nach Aufbau der Krone ist nur Überwachungs- und Auslichtungsschnitt notwendig. Nicht empfindlich für Holzfrost.

Standort

In Höhenlagen bis 500 m anbaubar, sofern die Bodenverhältnisse gut sind. In kalten, nassen Böden kann Krebs und Spitzendürre auftreten. Wo die Anbauverhältnisse günstig sind, kann der Baum über 100 Jahre alt werden und dann noch gut tragen.

Anfälligkeit

Sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge.

Anbauwert

Der sehr spät einsetzende Ertrag macht die Sorte heute wirtschaftlich nur noch wenig interessant. Allenfalls ergibt sich eine Anpflanzung in Streuobstwiesen oder für pomologische Sammlungen. Man kennt auch einen ‘Gestreiften Edelborsdorfer’.

Empfindlich gegen Schorf: gering

Empfindlichkeit gegen Mehltau: gering

Eignung für Tafel: gut geeignet

Eignung zum Backen: gut geeignet

Eignung für Most: geeignet

diese Seite teilen

Das könnte Dir auch gefallen

"Das könnte Dir auch gefallen" überspringen
Zu "Das könnte Dir auch gefallen" zurückspringen