Typische Streuobstsorte.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
Um 1885, im Garten von Kammersänger Sontheimer in Göppingen. Benannt nach Heinrich Gehrer, dem späteren Besitzer des Gartens. Seit den 1960er Jahren in verschiedenen Mostapfel-Versuchsanlagen in Prüfung.
Blüte
Spät, nicht witterungsempfindlich. Schlechter Pollenspender (triploid).Frucht
Groß, um 150 g schwer. Regelmäßige, flachrunde Form mit weiter Kelcheinsenkung und kleinem, offenen Kelch. Kurzer, dicker Stiel in tiefer Stielgrube. Schale glatt, trocken. Bei Reife grünlich, leicht rot gestreift mit hellen Schalenpunkten. Fruchtfleisch grobzellig, fest, saftig mit hervor- tretender Säure und geringem Zuckergehalt.
Reife
Mitte bis Ende September, windfest bis zur Baumreife.
Verwertung
Vorwiegend Mostsorte. Saftausbeute um 77 %, Mischung mit süßeren Sorten.
Ertrag
Früh einsetzend, regelmäßig und sehr hoch. Wenig Alternanzneigung.
Baum
Kompakte, dichte und gut verzweigte Krone. Mittelstarker Wuchs bis ins hohe Alter.
Standort
Keine Ansprüche an Boden und Klima bis in raue Höhenlagen.Anfälligkeit
Stark für Feuerbrand, gering für Schorf. In den letzten Jahren stark Mehltau.
Anbauwert
Typische Streuobstsorte.
Empfindlich gegen Feuerbrand: stark
Empfindlich gegen Schorf: gering
Empfindlichkeit gegen Mehltau: stark
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Spinnmilben
Eignung zum Backen: geeignet
Eignung für Most: gut geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.