Gute Lagersorte für alle Anbauformen. Für Liebhaber eher säuerlicher Äpfel interessant. Geeignet für den Anbau im Garten und auf Sämling für Streuobst.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
Unbekannt. Unterschiedliche Hinweise deuten sowohl in die Schweiz, nach Holstein und nach Tschechien.
Blüte
Mittelfrüh, guter Pollenspender. Mitunter kommt auch Selbstbefruchtung vor. Zur Erzielung besserer Fruchtqualität ist eine Ausdünnung nach der Blüte empfehlenswert.Frucht
Mittelgroß bis groß, ungleichmäßig hoch gebaut. Weite, flache, unebene Kelcheinsenkung. Mittellanger Stiel in enger, wenig berosteter Stielgrube. Schale bei Reife weißlichgelb, glatt, trocken. Sonnenseits unterschiedlich gerötet mit dunklen Schalenpunkten. Fruchtfleisch fast weiß, sehr fest, wenig saftig, angenehm zitronensäuerlich. Weites Kerngehäuse.
Reife
Anfang bis Mitte Oktober. Windfest bis zur Baumreife, dann Fruchtfall. Etwa fünf Monate lagerfähig, im Kühllager bis Mai, ohne zu welken. Lagerung in Folienbeuteln ist möglich.
Verwertung
Überwiegend für Frischverzehr, aber auch zum Backen, für Saft und als Edelbrand geeignet.
Ertrag
Wechsel zwischen hohen und geringen Erträgen. Bei starkem Behang Neigung zu mehr kleinen Früchten.
Baum
Steile, hochrunde Krone mit hängenden, unten verkahlenden Langtrieben. Verzweigungen meist nur im oberen Triebdrittel, durch Schnitt regulierbar. Anfangs starker, im Vollertragsalter noch mittelstarker Wuchs. Nach starkem Behang nicht frostfest im Holz.
Standort
Gute Fruchtqualität ist nur in geschützten, warmen Lagen erzielbar. Der Boden soll fruchtbar und ausreichend feucht sein.Anfälligkeit
Gering für Feuerbrand und Mehltau. Anfällig für Schorf und Krebs. Empfindlich für Kupfer- und Schwefelmittel.
Anbauwert
Gute Lagersorte für alle Anbauformen. Für Liebhaber eher säuerlicher Äpfel interessant. Geeignet für den Anbau im Garten und auf Sämling für Streuobst.
Empfindlich gegen Feuerbrand: gering
Empfindlich gegen Schorf: mittel
Empfindlichkeit gegen Mehltau: gering
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Krebs
Eignung für Tafel: gut geeignet
Eignung zum Backen: geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.