Geringer Ertrag und das starke Wachstum schränken den Wert im Garten beträchtlich ein.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
England. Gezüchtet von Emma Peasgood in Stamford/ Lincolnshire aus einem Samen der Sorte ‘Catshead‘. Aussaat 1858. Die Sorte wurde 1872 erstmals vor dem Fruchtausschuss der Royal Horticultural Society vorgestellt und erhielt ein „First-Class Zertifikat“. Nach Deutschland kam sie bereits 1875. Die Sorte ist eine der besten bei großformatigen Äpfeln.
Blüte
Mittelspät, lange anhaltend. Guter Pollenspender. Ausdünnung nach dem Junifall ist selten erforderlich.Frucht
Meist ungewöhnlich groß, um 290 g schwer, mit regelmäßiger, flachkugeliger Form. Kelcheinsenkung weit und tief mit offenem Kelch. Kurzer oder mittellanger Stiel in tiefer und weiter Stielgrube. Schale glatt, geschmeidig. Goldgelb, sonnenseits rot geflammt oder kurz gestreift mit roten Schalenpunkten. Deutlicher Duft. Druckempfindlich. Fruchtfleisch gelblichweiß mit grünlichen Adern, feinzellig, etwas mürbe, saftreich. Durch etwas Säure gehobener Zuckergeschmack.
Reife
Ab Mitte September, häufig vorzeitiger Fruchtfall. Mehrmaliges, druckfreies Durchpflücken ist ratsam. Im kühlen Naturlager etwa drei Monate haltbar, wird danach schnell mürbe.
Verwertung
Überwiegend Wirtschaftssorte. Besonders gern gesehene Schaufrucht.
Ertrag
Unterdurchschnittlich, unter Obstanbauern als „Faulenzer“ wohlbekannt.
Baum
Gehört zu den am stärksten wachsenden Sorten. Im Vollertragsalter mächtige Kronen mit nur gering verzweigten Trieben und großen, breiten Blättern. Im Alter immer noch starker Wuchs, auch auf schwachwachsenden Unterlagen. Der Überwachungsschnitt zielt auf bessere Verzweigung, mehr nach der Triebbasis hin. Einkerbung über den unteren Knospen regt dort einen Austrieb an.
Standort
Geringe Ansprüche an Boden und Klima, jedoch ist Windschutz nötig. Andernfalls treten häufiger Fruchtrisse auf.Anfälligkeit
Nur in geschlossenen Tallagen für Schorf und Mehltau. Frei von Blutlaus. An den Früchten Stippeneigung und Risse bei Strahlungshitze. Fruchtfäule kann schon am Baum auftreten.
Anbauwert
Geringer Ertrag und das starke Wachstum schränken den Wert im Garten beträchtlich ein.
Empfindlich gegen Schorf: mittel
Empfindlichkeit gegen Mehltau: gering
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Fruchtfäule
Eignung für Tafel: eingeschränkt geeignet
Eignung zum Backen: geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.