Keine Gartensorte und nicht für warme Tallagen empfehlenswert. Im Streuobstanbau noch immer beliebt, besonders in rauen, windigen Höhenlagen.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
In der ersten Hälfte des 19. Jh. von Justizrat Burkhardt in Landsberg/Warthe (Polen) gezogen und von Oberdieck 1852 beschrieben. Eine vermehrten Anbau erfuhr die Sorte nach ihrer Empfehlung 1874 und 1877 durch den Deutschen Pomologenverein.
Blüte
Klein, mittelfrüh. Lange anhaltend, nicht empfindlich. Guter Pollenspender. Ausdünnen nach der Blüte wirkt fruchtregulierend, wirkt sich aber nur wenig auf die Alternanz aus.Frucht
Mittelgroß, mitunter groß, um 140 g schwer. Ungleichmäßige, flachkugelige Form. Kelcheinsenkung breit mit 5 Kanten über der Frucht. Unterschiedlich langer Stiel in enger, strahlig berosteter Stielgrube. Schale zart, glatt, auf dem Lager stark fettig bis klebrig. Bei Reife gelblichgrün, sonnenseits verwaschen rötlich, oft mit einer Netzberostung. Druckempfindlich. Fruchtfleisch gelblichweiß, mittelfest, später locker. Mittlerer Saftgehalt. Säuerlichsüß mit zartem Aroma.
Reife
Je nach Lage ab Mitte September, windfest. So spät wie möglich und wegen Druckempfindlichkeit schonend ernten. Schattenfrüchte sind kaum gefärbt und reifen sehr viel später. Im kühlen Naturlager bis zu 4 Monaten ohne Welke haltbar, im Kühllager bis März bei 0,5 bis 1 °C.
Verwertung
Für den Frischverzehr, auch als Wirtschafts- und Mostsorte beliebt. Industriell für Saft.
Ertrag
Früh einsetzend, ab 2.–3. Standjahr. Jährlich wechselnd zwischen sehr hoch und völligem Ausfall (ausgeprägte Alternanz), insgesamt aber hoch.
Baum
Breitkugelige, im Alter dichte und hängende Krone. Von Jugend an stark, mit schräg aufrechten Leitästen mit langer Seitenbezweigung, zum Teil hängend. Bei Vollertrag schwaches Wachstum. Jüngere Stämme und Äste fallen durch gelbbraune Färbung auf. Durch Schnitt ist die Krone licht zu halten, um entstehende Kleinfrüchtigkeit zu vermeiden. Eine Verjüngung ist gelegentlich anzuraten. Im Holz frostfest.
Standort
Wegen der Anfälligkeit nicht für warme, geschlossene Tallagen. Bevorzugt sind (auch raue) Höhenlagen auf nährstoffreichen, nicht trockenen Böden und offener Lage. Hier tritt kaum Schorf auf.Anfälligkeit
In warmen Tallagen stark für Feuerbrand und Schorf. Auch Mehltau, Krebs, Triebsucht, Blatt- und Blutläuse. Empfindlich für Kupfer- und Schwefelmittel.
Anbauwert
Keine Gartensorte und nicht für warme Tallagen empfehlenswert. Im Streuobstanbau noch immer beliebt, besonders in rauen, windigen Höhenlagen.
Empfindlich gegen Feuerbrand: gering
Empfindlich gegen Schorf: stark
Empfindlichkeit gegen Mehltau: mittel
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Triebsucht
Eignung für Tafel: geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: gut geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.