Nur als Hochstamm. Heute noch vereinzelt in Streuobstanlagen vor allem in Süddeutschland zu finden.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
Ungewiss, vermutlich Niederlande, da A.F.A. Diel Pfropfreiser aus Harlem erhielt und die Sorte 1813 erstmals beschrieben hat. Die Sorte verbreitete sich vor allen in deutschen Bauerngärten sehr schnell und war wegen ihrer langen Haltbarkeit sehr beliebt.
Blüte
Mittelfrüh bis spät, wenig empfindlich gegen Witterungseinflüsse.Frucht
Mittelgroß bis groß. Form rundlich-eiförmig, auch kegelförmig, abgeplattet. Querschnitt nahezu rund. Schale hart, glatt, etwas geschmeidig. Grundfarbe am Baum Grün, später gelblich-grün. Deckfarbe etwas fleischrot gefleckt oder gestreift. Stiel etwa 10–15 mm lang,meist mitteldick, selten über die weite Stielgrube hinausstehend. Stielgrube tief, etwas berostet. Kelch geschlossen oder leicht geöffnet, enge Kelcheinsenkung mit schwachen Falten. Fruchtfleisch grünlich-weiß bis gelblich, ziemlich fest, später knackig saftig. Ohne Gewürz. Überwiegend weinsäuerlicher Geschmack.
Reife
Januar bis Sommer.
Verwertung
Überwiegend als Wirtschaftsfrucht zum Keltern und in der Küche zum Kochen und Dörren. Nicht vor Mitte Oktober ernten, dadurch bessere Fruchtqualität.
Ertrag
Ziemlich spät, ist dann aber befriedigend. Vollernten alle zwei Jahre. Die Frucht ist relativ sturmfest.
Baum
Anfangs starker Wuchs, später mittelstark. Runde, breite Kronen.
Standort
Anspruchslos. Auch für höhere Lagen. Die Sorte gedeiht auch auf nährstoffarmen, nicht zu trockenen Böden. Sie versagt aber in zu trockenen oder zu nassen Böden.Anfälligkeit
Widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge, manchmal leichter Schorfbefall möglich.
Anbauwert
Nur als Hochstamm. Heute noch vereinzelt in Streuobstanlagen vor allem in Süddeutschland zu finden.
Eignung für Tafel: eingeschränkt geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.