Im Garten nur bei Erfüllung der hohen Pflegeansprüche befriedigend. Im Erwerbsanbau wird Baumschulware auf M 9 und Zwischenveredelung mit ‘Summerred‘ oder einer anderen, schwachwüchsigen Sorte bevorzugt. Immer noch eine Hauptsorte.
Reifegruppe
late fruitMutanten
Mittlerweile dominieren im Erwerbsanbau die Mutanten und Auslesen, inzwischen über 90. Für die meisten von ihnen besteht Sortenschutz. Bedeutsam sind u. a. ‘Early Queen‘, ‘Carina‘, ‘Jonica‘, ‘Komet‘, ‘Novajo‘, ‘Robijn‘, ‘Wilmuta‘. Diese färben deutlich besser aus als der Standard. Hingegen sind ‘Rubinstar‘, ‘Morrens Jonagored‘, ‘Red Jonaprince‘ flächig rot. Sie werden als „Rote Jonagold“ geführt.
Entstehung
1943. Kreuzung aus ‘Golden Delicious‘ x ‘Jonathan‘ an der Versuchsstation Geneva/New York. Seit 1968 im Handel.
Blüte
Mittelfrüh, länger anhaltend, dadurch frostempfind- lich. Schlechter Pollenspender, da triploid. Ein Ausdünnen bei starkem Fruchtansatz nach der Blüte ist wichtig.Frucht
Mittelgroß bis sehr groß, stark schwankend, bis 200 g schwer, hoch gebaut. Breite und weite Kelchgrube mit großem, offenem Kelch. Langer und dünner Stiel in enger Stielgrube. Schale dick, hart, glatt, am Lager stark fettig. Bei Reife grünlichgelb, Deckfarbe rot gestreift oder marmoriert, sonnenseits auch ganzflächig. Zahlreiche, helle Schalenpunkte. Nicht druckempfindlich. Fruchtfleisch cremefarben, grobzellig, süß und mildsäuerlich. Aromatisch nur bei ausgefärbten Früchten, sonst fader Geschmack.
Reife
Folgernd ab Anfang Oktober, wenig Fruchtfall. Mehrmaliges Durchpflücken ist erforderlich. Zu späte Ernte begünstigt Fleischbräune auf dem Lager. Etwa fünf Monate im kühlen Naturlager haltbar, danach Aromaverlust. Unter modernen Lagerbdegingungen 8–9 Monate haltbar. Große Früchte neigen zu Fleischbräune. Aufbewahrung im perforierten Folienbeutel ist möglich. Auf Stippe ist zu achten.
Verwertung
Vorrangig für den Frischverzehr, guter Backapfel, als Wirtschaftssorte noch brauchbar.
Ertrag
Früh einsetzend, hoch und unregelmäßig.
Baum
Großes, breites, dicht belaubtes Wuchsbild mit starken Trieben und großen, kräftigen Blättern. Ein Sommerschnitt zielt auf besser gefärbte Früchte im Kroneninneren. Bei Vollertrag immer noch mittelstarker Wuchs. Im Holz nicht frosthart.
Standort
Nährstoffreiche, feuchte und humusreiche Böden in wärmeren Lagen ohne Spätfrostgefahr. Auf trockenen Böden besteht mehr Stippeneigung. Kühles Klima in höheren Lagen bewirkt viel kleinere Früchte.Anfälligkeit
Mittelstark für Feuerbrand, stark für viröse Triebsucht. Mittel für Schorf und Krebs, mehr für Mehltau, Rostmilben und mehlige Blattlaus. Empfindlich für Schwefelmittel. Bei wechselhafter Witterung kann Glasigkeit auftreten.
Anbauwert
Im Garten nur bei Erfüllung der hohen Pflegeansprüche befriedigend. Im Erwerbsanbau wird Baumschulware auf M 9 und Zwischenveredelung mit ‘Summerred‘ oder einer anderen, schwachwüchsigen Sorte bevorzugt. Immer noch eine Hauptsorte.
Empfindlich gegen Feuerbrand: mittel
Empfindlich gegen Schorf: gering
Empfindlichkeit gegen Mehltau: stark
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Virosen
Eignung für Tafel: gut geeignet
Eignung zum Backen: geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.