Josef Musch

Typische Sorte für den Streuobstanbau in höheren, windigen Lagen.

Reifegruppe

autumn fruit

Entstehung

Vermutlich in der ersten Hälfte des 19. Jh. Wahrscheinlich in Belgien, da die Sorte 1872 im Katalog von J.M. Galopin in Lüttich zum Kauf angeboten wurde. Sie war aber bereits im Katalog der Baumschule Frères in Metz/Frankreich aufgeführt – aber mit dem Hinweis „Erhalten aus Liège“.

Blüte

Früh, nicht empfindlich. Schlechter Pollenspender (triploid).

Frucht

Groß, mitunter sehr groß, um 200 g. Unregel­mäßige, flachrunde bis hochrunde, wulstige Form. Weite Kelchgrube, von Höckern umgeben. Kurzer Stiel in enger Stielgrube. Schale derb, glatt, bei Reife fettig. Goldgelb, sonnenseits mehr oder weniger stark kurz gestreift. Auffällige Schalenpunkte. Druckempfindlich. Fruchtfleisch etwas mürbe, grobzellig. Wenig saftig, weinsäuerlicher Geschmack ohne großes Aroma.

Reife

Ab Mitte September, windfest bis zur Reife. Wegen des kurzen Stieles drücken sich einige Früchte oft vorzeitig ab. Etwa vier Monate im kühlen Naturlager haltbar. Auf Stippe und Lagerfäulen ist zu achten.

Verwertung

Wirtschafts- und Mostsorte, weniger für den Frischverzehr.

Ertrag

Früh einsetzend, gering bis höchstens mittelhoch, mit geringer Alternanzneigung.

Baum

Breit pyramidale, große Krone mit weniger gut verzweigten Ästen. Im Alter immer noch mittelstarker Wuchs. Im Holz frosthart.

Standort

Anspruchslos an Boden und Klima. Am besten geeignet sind mittlere bis hohe, auch windige ­Lagen.

Anfälligkeit

Am zusagenden Standort widerstandsfähig gegen Krankheiten.

Anbauwert

Typische Sorte für den Streuobstanbau in höheren, windigen Lagen.

Empfindlich gegen Schorf: ohne bis sehr gering

Empfindlichkeit gegen Mehltau: ohne bis sehr gering

Eignung für Tafel: eingeschränkt geeignet

Eignung zum Backen: gut geeignet

Eignung für Most: gut geeignet

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