Regionalsorte im westlichen Mittelfranken/Bayern. Als früher Essapfel direkt vom Baum sehr beliebt.
Reifegruppe
autumn fruitEntstehung
Deutschland. Gefunden um 1900 von Georg Ries aus Trautskirchen (Mittelfranken) in Tal des Flüsschens Zenn. Verbreitet durch die Kreisbaumschule Triesdorf. Sie diente in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Umveredeln von minderwertigen Apfelbäumen und war um 1930 im Edelreiserdepot des Mittelfränkischen Kreisverbandes für Obst- und Gartenbau in Triesdorf vorhanden.
Blüte
Früh. Ausreichend robust gegen Witterungseinflüsse.Frucht
Mittelgroß bis groß. Kegelförmig, schwach abgeplattet, oft fast spitz zulaufend. Schale fein, am Baum beduftet, geschmeidig. Grundfarbe grünlich-gelb. Deckfarbe rot verwaschen, mit kurzen dunkleren Streifen, vor allem auf der Schattenseite deutlich sichtbar. Stiel kurz, holzig, oft nur ein Fleischbutz. Sitzt in einer engen, trichterförmigen Stieleinsenkung. Fruchtfleisch gelblich-weiß, feinzellig, fest. Abknackend, später mürbe, saftreich, aromatisch. Schwach parfümiert.
Reife
September bis Oktober.
Verwertung
Für Frischverzehr und als Wirtschaftssorte, besonders gut zum Keltern.
Ertrag
Früh einsetzend, hoch bis sehr hoch. Bei überreichem Behang sollte ausgedünnt werden, da die Früchte sonst zu klein bleiben.
Baum
Zunächst stark wachsend, bildet einen geraden, gesunden Stamm. Im Alter mittelgroße, etwas überhängende Krone.
Standort
Als Halb- oder Hochstamm im Streuobstbereich bis in mittlere Lagen.Anfälligkeit
Die Frucht ist widerstandsfähig gegen Schorf. Bei ungeeigneten Witterungs- und Bodenverhältnissen wird das Fruchtfleisch um das Kernhaus oft glasig. Sehr robust gegen Blattschorf und Obstbaumkrebs. Bei feuchter Witterung während der Blüte kann Monilia-Spitzendürre auftreten.
Anbauwert
Regionalsorte im westlichen Mittelfranken/Bayern. Als früher Essapfel direkt vom Baum sehr beliebt.
Eignung für Tafel: gut geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: eingeschränkt geeignet
Wegen der nicht mehr gegebenen Schorfresistenz und der Anfälligkeit für Feuerbrand und Mehltau ist der Anbauwert gemindert.
Geschmacklich gute Frühherbstsorte für den Hausgarten und als Streuobst. ‘Ahrista‘ steht allerdings in Konkurrenz mit vielen anderen Sorten in dieser Reifezeit.
Attraktive Früchte. Für den Erwerbsanbau meist zu klein. Sie entsprechen aber mehr dem asiatischen oder angelsächsischen Geschmack. Nicht für Gärten empfehlenswert.
Für alle Baumformen, auch für Spalier und Topfkultur geeignet. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht). Zwar pflegebedürftig, aber nicht so sensibel wie zum Beispiel ‘Cox Orange‘.
Eingeschränkt empfehlenswert für den Hausgarten. Die einstige Bedeutung ist heute nicht mehr gegeben. Für Streuobst nur bei guter Pflege geeignet.
In rauen, auch windigen, aber ausreichend feuchten Höhenlagen empfehlenswert, wo andere Sorten versagen. Sonst verzichtbar.
Mittelfrühe Sorte für Liebhaber, auch wegen des hohen Vitamingehaltes und als Backfrucht begehrt.
Interessante rotfleischige Sorte für den Erwerbsanbau, Hausgarten und auch für Streuobst. Vielfältige Verarbeitungsmöglichkeiten.
Besonders in höheren Lagen empfehlenswert. Liebhabersorte, in Hausgärten erfreut sie sich immer noch großer Beliebtheit. Gut geeignet als Topfbaum und für Spalierwände.
Durch moderne und robustere Herbstsorten ersetzbar. Starker Stippebefall grenzt den Anbauwert weiter ein. Von der Standardsorte gibt es eine rote Auslese in Bavendorf.
Liebhabersorte in günstigen Lagen. Sonst verzichtbar. In England ist die Sorte weit beliebter, im europäischen Anbau noch vor ‘James Grieve‘ rangierend.
Sehr empfehlenswerte Herbstsorte für alle Anbauformen, auch für Spaliere und Topfbäume geeignet.
Gilt neben ‘Rubinette‘ und ‘Elstar‘ als eine der besten Tafelsorten. Ist aber im Anbau heikel und pflegeintensiv. Daher für den Hausgarten nur empfehlenswert, wenn die hohen Ansprüche zu erfüllen sind und die erforderlichen Pflegemaßnahmen geleistet werden können. Nicht für Streuobst oder ungeeignete Standorte. Nicht so sensibel sind Abkömmlinge wie ‘Alkmene‘.
Als Hochstamm im Streuobstanbau und zur Straßenbegleitpflanzung. Heute nur noch vereinzelt in alten Streuobstbeständen zu finden.
Früher sehr verbreitet, besonders in Mittelgebirgslagen und im Streuobstanbau. Auch heute noch in rauen Gebirgslagen empfehlenswert.
Innere und äußere Fruchteigenschaften sowie die frühe Reife machen die Sorte für den Garten und den Erwerbsanbau empfehlenswert. ‘Delbarestivale‘ hat bisherige Frühsorten wie ‘James Grieve‘ oder ‘Gravensteiner‘ – zumindest im Erwerbsanbau – abgelöst.
Sehr gute Neuheit, die v. a. in der Direktvermarktung als Ersatzsorte für ‘Idared‘ und ‘Elstar‘ in Frage kommt. Geschmacksproben in der Schweiz und Deutschland wurden sehr gut beurteilt. Lizenznehmer in Deutschland ist die „ARTEVOS- Gruppe“.
Liebhabersorte. Wegen der Schorffestigkeit im Garten anstelle von ‘Gravensteiner’ eher empfehlenswert, auch für Streuobstflächen.
Sehr pflegeaufwändig, deshalb weniger für einen Hausgarten geeignet. Abgesehen von der Anfälligkeit für Feuerbrand und Schorf wird die Sorte sonst als geschmacklich gut bewertet.