Gute Sorte für Streuobstwiesen in zusagenden Lagen, hat aber auch im Garten noch seine Liebhaber. Für Form- und Topfobstbäume geeignet.
Reifegruppe
late fruitEntstehung
Zufallssämling. Gefunden in Neuhausen/Landkreis Esslingen (Baden-Württemberg). In den 1960er Jahren nach dem Kurienkardinal J. Bea benannt. Die Sorte ist überwiegend in Süddeutschland verbreitet.
Blüte
Mittelfrüh, guter Pollenspender. Energisches Ausdünnen bei starkem Fruchtansatz beugt einer vorzeitigen Vergreisung vor und regelt die Frucht- größe.Frucht
Meist groß, um 180 g schwer. Ungleichmäßige Form, meist flachkugelig. Offener Kelch in flacher, leicht faltiger Kelcheinsenkung. Kurzer, dicker Stiel in berosteter Stielgrube. Schale dick, fest, glatt, leicht wachsig. Bei Reife grünlichgelb, Deckfarbe braunrot mit Rostfiguren. Druckfest. Fruchtfleisch fast weiß, grobzellig, weniger saftig, süßsäuerlich ohne hervortretendes Aroma.
Reife
Ab Anfang bis Mitte September, windfest bis zur Baumreife. Etwa zwei Monate lagerfähig.
Verwertung
Eingeschränkt für den Frischverzehr, aber gute Wirtschafts- und Mostsorte.
Ertrag
Früh einsetzend, hoch und regelmäßig, dadurch kann eine frühe Erschöpfung eintreten.
Baum
Kleinere, flache Krone mit schwach verzweigten, kurztriebigen, später überhängenden Ästen und wenig gezahnten Blättern. Im Vollertragsalter schwacher Wuchs. Regelmäßiger Überwachungsschnitt verhütet eine vorzeitige Vergreisung.
Standort
Nährstoffreiche und tiefgründige Böden in warmen Lagen. In trockenen Böden oder windigen Lagen erntet man nur kleine, geringwertige Früchte.Anfälligkeit
Mittelstark für Feuerbrand. Sehr geringer Schorfbefall, auch sonst kaum anfällig für Krankheiten und Schädlinge.
Anbauwert
Gute Sorte für Streuobstwiesen in zusagenden Lagen, hat aber auch im Garten noch seine Liebhaber. Für Form- und Topfobstbäume geeignet.
Empfindlich gegen Feuerbrand: mittel
Empfindlich gegen Schorf: gering
Empfindlichkeit gegen Mehltau: ohne bis sehr gering
Empfindlich gegen weitere Schädlinge und Krankheiten: Spinnmilben
Eignung für Tafel: eingeschränkt geeignet
Eignung zum Backen: gut geeignet
Eignung für Most: gut geeignet
Brauchbar als Wirtschafts- und Mostapfel. Die enormen Früchte erregen bei Obstausstellungen großes Aufsehen.
Eine nur mittelgroße, aber hervorragende Tafel- und Wirtschaftssorte für einen (fast) problemlosen Anbau im Garten und in der Landschaft.
Sehr gute Liebhabersorte, auch für den Streuobstanbau. Beste Erträge auf Typ 9 (oder vergleichbare) in günstiger Lage. Gleichzeitig ist dort aber die Gefahr für Feuerbrand besonders hoch. Für Formobstbäume gut geeignet.
Robuste, schorfresistente Sorte mit sehr gutem Geschmack und regelmäßigem Ertrag. Geeignet für den Anbau im Hausgarten, als Streuobst und im ökologischen Anbau.
Diese vorzügliche Sorte ist wohl nur wegen ihrer Fruchtgröße nicht mehr im Anbau. Im Garten wäre sie durchaus eine Bereicherung des Sortiments.
Typische Regionalsorte des Alten Landes, mit teilweise großer Bedeutung für die industrielle Verwertung und im Streuobstanbau. In Gärten eher eine Liebhabersorte.
Einst Spitzensorte, aber auch heute noch sehr beliebt. Nicht für schwachwachsende Unterlagen geeignet, sonst erschöpft sich der Baum zu früh. Als Spalier und Topfbäume schon immer gerne angepflanzt. Eingeschränkte Empfehlung in Feuerbrandlagen (warm, feucht).
Wegen der gebietsweise aufgetretenen Schorfanfälligkeit und dem starken Mehltaubefall nur eingeschränkte Empfehlung für den Garten.
Für Liebhaber süßweiniger Äpfel vorzugsweise als Spalierform. Wegen der oft als langweilig empfundenen Fruchtfarbe ist die Sorte weniger im Anbau zu finden.
Außer in den Sortenerhaltungen von Wisley Gardens und East Malling ist die Sorte in England nicht mehr im Anbau. Auch bei uns sind warme Klimagebiete wegen der hohen Schorfgefahr zu meiden. In mittleren und hohen Lagen kann aber eine Anpflanzung durchaus lohnen.
Empfehlenswerte Sorte auf schwachwachsenden Unterlagen. Geeignet auch für Spalier und Topfbäume. Etwas störend die fettigen Früchte vom Lager. Gut gefärbt finden sie im Erwerbsanbau guten Absatz.
Ursprünglich zwar eine Regionalsorte, die aber auch in anderen Extremlagen gut anbaufähig ist. In der Rhön ist die Mostsorte so beliebt, dass eine Kelterei nach ihr benannt wurde.
Früher sehr beliebt und wahrscheinlich widerstandsfähiger als heute, doch sehr pflegeaufwendig. Für höhere Lagen und im Streuobstanbau für die Mostbereitung noch anzutreffen.
Ausgesprochene Liebhabersorte, heute nur noch selten anzutreffen. In Höhenlagen geschmacklich besser.
Aufgrund seiner Inhaltsstoffe eine der besten Mostsorten, auch für den erwerbsmäßigen Anbau.
Aufgrund des starken Wuchses und der ausgeprägten Alternanz weniger für Hausgärten, dafür aber in Obstwiesen zu empfehlen.