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Obstarten für den Streuobstbau

Im Streuobstbau überwiegt sicherlich der Apfel deutlich, gefolgt von den Obstarten Kirsche, Zwetschge und Birne. Lokal ist auch noch die Walnuss häufiger anzutreffen. Je nach Region und Standort sind darüber hinaus seltenere Obstarten wie Quitte, Speierling, Esskastanie oder Eberesche vorzufinden und sollten bei Neupflanzungen vielleicht auch stärker Berücksichtigung finden.

Starkwüchsige, großkronige Streuobstbäume können viele Jahrzehnte alt werden, dabei gesund bleiben, einen guten Neuzuwachs entwickeln und angemessene Erträge bringen. Voraussetzung ist dabei, wie bei allen Pflanzenarten, dass die Standortansprüche beachtet und geeignete Sorten verwendet werden. Tiefgründige, humose, gut mit Nährstoffen versorgte Böden, die gut durchlüftet sind und eine gute Wasserversorgung ohne Staunässe aufweisen sind generell geeignet. Günstig ist es, wenn das Klima warm bis gemäßigt ist. Spätfrostgefährdete Lagen sind generell kritisch zu sehen.

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Apfel

Ohne Zweifel ist in unseren Streuobstbeständen der Apfel der wichtigste Vertreter aller Obstarten. Apfelbäume bevorzugen günstige Bodenverhältnisse, aber wegen der guten Anpassungsfähigkeit und des Vorhandenseins vieler robuster Sorten ist die Standortamplitude doch ziemlich breit. Nur extrem trockene und staunasse Böden scheiden aus. Der Apfel bevorzugt auch ein günstiges Wärmeklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von über 7,5 °C und geringer Spätfrostgefahr, viele Sorten gedeihen aber noch in raueren Lagen.
Die Vielfalt an Apfelsorten ist immens. Die meisten Sorten werden zu Saft und Gärmost verarbeitet. Auch die Verarbeitung zu Bränden ist bedeutend. Als Tafelobst ist er – je nach Sorte – im geeigneten Lager lange haltbar und auch deshalb sehr begehrt.

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Birne

In der Regel sind Birnen wärmebedürftiger als Äpfel, dies gilt vor allem für bei uns als Tafelbirnen genutzte Sorten. Aufgrund der frühen Blüte ist die Spätfrostgefahr groß. Birnen sind Tiefwurzler und bevorzugen tiefgründige Böden. Sie vertragen etwas mehr Bodentrockenheit, wechselfeuchte und zu Nässe neigende Böden dagegen schlecht. Böden mit hohem pH-Wert können zu Mangelerscheinungen führen.
Einige Sorten bilden auf stark wachsenden Unterlagen große, landschaftsprägende Bäume mit Höhen von bis zu 20 m. Die Früchte sind für die Saftherstellung, die Gärmostbereitung, für Birnensekt und speziell auch in der Brennerei sehr gefragt.

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Kirsche

Sauerkirschen spielen im Streuobst kaum eine Rolle. Süßkirschen dagegen haben vor allem in bestimmten Anbauregionen wie der Fränkischen Schweiz als Tafel-, Brenn- und Konservenkirschen eine etwas größere Bedeutung. Knorpelkirschen haben etwas festeres, weniger saftiges Fruchtfleisch. Herzkirschen haben weicheres Fruchtfleisch und sind saftiger.
Kirschen lieben nährstoffreiche, warme Böden mit guter Durchlüftung und gleichmäßiger Wasserführung. Sie reagieren sensibel bei Bodenverdichtung und kalten, staunassen Böden. Hinsichtlich Wärme haben Kirschen allgemein geringe Ansprüche, sommertrockene Gebiete sind günstig. Sie besitzen jedoch eine hohe Spätfrostempfindlichkeit der Blüten und besondere Empfindlichkeit gegenüber kaltluftgefährdeten Arten. Auch feuchte Witterung während der Blüte ist ungünstig.

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Pflaumen, Zwetschgen

Pflaumen mit Zwetschgen, Renekloden und Mirabellen sind hinsichtlich der Bodenbeschaffenheit wesentlich genügsamer. Sie tolerieren auch noch kühlere, feuchte Böden mit weniger guter Durchlüftung ebenso wie trockenere Standorte. Auch bezüglich den Klimaverhältnissen besitzen diese Steinobstarten eine große ökologische Anpassungsfähigkeit. Die Winterfrosthärte ist sehr gut. Bedingt durch die frühe Blüte ist die Gefahr für Blütenfrost dagegen groß.
Aus Pflaumen, Zwetschgen und Mirabellen lassen sich köstliche Kuchen backen und Kompott oder Konfitüre herstellen. Für Trockenfrüchte sind Zwetschgen am geeignetsten. Daneben lassen sie sich bestens konservieren und natürlich bilden sie einen wichtigen Rohstoff für die Herstellung von feinen Destillaten.

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Walnuss

Die Walnuss ist in manchen, meist wärmeren Gegenden häufiger zu sehen, oft als imposante Solitärbäume in der freien Landschaft. Die Walnuss braucht Platz und Licht, verträgt auch etwas Bodentrockenheit und benötigt kaum Schnitteingriffe. Sie ist etwas frostempfindlich und bevorzugt wegen dem brüchigen Astwerk etwas windgeschützte Lagen. Probleme bereiten Spätfröste, die Blüten und Laubaustrieb erfrieren lassen. Hervorzuheben ist die große tierökologische Bedeutung.

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Weitere Obstarten

Zur Erweiterung der ökologischen Vielfalt und der Nutzungs- und Verwertungsmöglichkeiten sollten auch andere Arten und Sorten, die für die Region und Standort geeignet sind, Berücksichtigung finden.

Die etwas wärmebedürftigeren und strauchartig wachsenden Quitten können eine sehr attraktive Ergänzung für die Landschaft und die Verwendung im Streuobstbau sein. Zum Rohverzehr sind die Früchte nicht geeignet. Aus ihnen kann man aber Saft, Wein, Likör, Brände, Gelee, Konfitüre, Quittenbrot und noch mehr herstellen. Diese Produkte haben einen einzigartigen Geschmack und zu Recht erfahren Quitten eine Renaissance.
Für wärmere Lagen empfehlen sich auch Mispel und Speierling, daneben Esskastanie und Mandel. Der Speierling gilt als einer unserer schönsten Laubbäume. Die Früchte sind als Most- und Weinzusatz sehr gefragt. Die Esskastanie könnte in Zukunft vom Klimawandel profitieren und in größerem Umfang angebaut werden. Die Mispel empfiehlt sich durch cremeweiße Blüten und dekorative Früchte ebenso wie durch ihren attraktiven Wuchs. Die Vogelbeere eignet sich auch noch für höhere Lagen und bereichert wie andere Wildobstarten die Artenvielfalt der Streuobstbestände.

Wollen Sie noch etwas mehr über die angesprochenen Obstarten erfahren. Im Folgenden finden Sie einige Publikationen.

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„Die Quitte (Cydonia oblonga)“ - Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie

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Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie über die Mispel (Mespilus germanica) mit wesentlichen Hinweisen in kompakter Form. 

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„Mispel (Mespilus germanica)“ - Infoschrift der Bayerischen Gartenakademie

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